Freitag, 10. Juli 2009

Gaisburger Marsch

Nachdem sich bei uns der Sommer hoffentlich nur vorübergehend verabschiedet hat, war uns nach einem Eintopf. Und was liegt da bei einem Schwaben näher, als der traditionelle "Gaisburger Marsch". Dieser verdankt seinen Namen einem Stadtteil im Stuttgarter Osten. Woher die Bezeichnung Marsch kommt, ist nicht ganz eindeutig. Eine Geschichte sagt, dass die Offiziersanwärter der Stuttgarter Bergkaserne das Privileg hatten, sich nicht mit der schmalen Kantinenkost der Kaserne begnügen zu müssen, sondern zum Essen ausgehen durften. Eine Vorliebe entwickelten sie für die Küche der "Becka-Schmiede" im nahegelegenen Gaisburg, deren Spezialität "Kartoffelschnitz und Spätzle" war, ein prächtiger Eintopf in einer Brühe aus Ochsenfleisch. Um jedoch eine gewisse militärische Ordnung einzuhalten, musste auch der Gang ins Wirtshaus in Marschordnung absolviert werden.

Die andere Geschichte erzählt, dass die Männer von Gaisburg während eines Krieges gefangen genommen wurden. Den Frauen wurde erlaubt, ihnen Essen zu bringen, jed
och nur eine Schüssel pro Mann. Damit ihre Männer nicht nur gut versorgt waren, sondern auch wieder zu Kräften kamen, wurde alles in die Schüssel hineingegeben, was gut und nahrhaft war.

Nun uns ist es einerlei, welche Geschichte wahr ist, wir lieben diesen Ei
ntopf.

Fleischbrühe:
4 Markknochen

600 g Rindfleisch (Brustkern)
1 1/2 - 2 Liter Wasser

1 EL Salz
1 Bund Suppengrün

1 Lorbeerblatt
4 Pfefferkörner
2 Wacholderbeeren


Suppeneinlage:
4 - 5 Kartoffeln
250 g Spätzle (am besten selbstgemacht)
Möhren und Lauch nach Belieben
1 Zwiebel

gehackter Schnittlauch

Die Markknochen gut mit heißem Wasser abspülen, in kaltem Wasser aufsetzen und rasch zum Kochen bringen, das Fleisch, das geputzte und geschnittene Suppengrün
sowie die Gewürze zufügen. Etwa 2 Stunden langsam köcheln lassen, danach das Fleisch herausnehmen und warm stellen. Zwischenzeitlich die Kartoffeln schälen, in Schnitze schneiden und in Salzwasser weich kochen sowie die Spätzle zubereiten. Die fertige Brühe durch ein Sieb passieren. Möhren und Lauch putzen, feinschneiden und in der Brühe garen. Das Fleisch würfeln und mit den Kartoffeln und Spätzle in die Brühe geben, nochmals kurz aufkochen und mit Muskat, Pfeffer und Salz abschmecken. Zum Abschmälzen die Zwiebel schälen, in Ringe scheniden und in Butter goldgelb anrösten und mit dem Schnittlauch zum Servieren über den Gaisburger Marsch geben.




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