Montag, 24. August 2009

Wurstknöpfle - ein fast vergessenes Leibgericht


Markus Polinski (Küchenchef und Mitbegründer der Remstal-Akademie für Essen und Wein) schreibt:

Natürlich könnte man das Wurstknöpfle, dieses einfache schwäbische Gericht, kulinarisch und kochtechnisch soweit "aufbrezeln", bis es so schick und hipp genug ist, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Unter Aufbrezeln verstehe ich, dem Gericht seine charakteristische Urform zu nehmen. Statt im einfachen Kittelschurz hätten wir dann sozusagen ein Wurstknöpfle im schicken Abendkleid. Auf gestyltem Porzellan, vom smarten Kellner serviert. Mit Schäumchen vorne und Lüftchen hinten bis zur Unkenntlichkeit aufgepeppt. Seiner natürlichen Schlichtheit vollkommen entzaubert. Ein sogenannter Schaumschläger.

Ich liebe die Wurstknöpfle in seiner ursprünglichen Art!

Zutaten:
350 g gerauchte Schinkenwurst
1 Zwiebel
2 Bund Petersilie
100 g Butter
4 Brötchen (vom Vortag)
250 ml Milch
250 g Mehl
5 Eier
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Die gerauchte Schinkenwurst von der Haut befreien und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel und Petersilie fein hacken und in der Butter in einer großen Pfanne andämpfen, Schinkenwurst dazugeben und mitdämpfen.
Die Brötchen in Würfel schneiden und mit der heißen Milch übergießen. Mit einem Holzlöffel gut durchmischen und kurz quellen lassen. Die gedämpfte Mischung sowie die Eier, Mehl und Gewürze zu den Brötchen geben und von Hand zu durchmischen und abschmecken. Mit zwei Esslöffeln Nocken abstechen und in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser ca. 10 Minuten garen.

Die fertigen Wurstknöpfle in einer kräftigen Fleischbrühe oder pur mit Kartoffelsalat und Butterzwiebeln servieren. Reste schmecken hervorragend am nächsten Tag in Scheiben geschnitten mit Ei geröstet und einem frischen Blattsalat.

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