Nachkochen!

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Dienstag, 24. August 2010

Back to porridge

sagt meine Schwägerin immer, wenn die Ferien zu Ende gehen. Die Schulferien dauern zwar noch etwas, aber unser Urlaub im Piemont ist vorbei. Wunderschöne Wochen liegen hinter uns. Schönes Wetter, gutes Essen, guter Wein, was will man mehr?  Wer gerne Urlaub abseits vom Massentourismus macht, dem kann ich die Langhe ungedingt ans Herz legen. 

Blick über die Hügel der Langhe: 



Casa Cavassa:


Im schönen Städtchen Saluzzo kann der einzig zugängliche Adelspalast der piemontesischen Renaissance besichtigt werden. Bereits 1883 kaufte der Marchese Emanuelle  Tapparelli d'Azeglio das Stadthaus der Familie Cavassa und ließ es renovieren, um dort ein öffentliches Musuem der Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts einzurichten, das er der Stadt Saluzzo schenkte.

Im ersten Stock sind Fresken des flämischen Malers Hans Clemer zu sehen, der auch die Pfarrkirche von Elva im Valle Maira gestaltete.
der von zwei Flügeln begrenzte Arkadengang

Blick auf die umliegenden Häuser und Gärten
Serralunga d'Alba:

Ein kleines Dorf mit etwas mehr als 500 Einwohnern umgeben von Weinbergen. Die mittelalterliche Burg galt als uneinnehmbare Festung.In Serralunga d'Alba werden vorwiegend Reben für den Dolcetto d'Alba, einen Rotwein mit DOC-Status, angebaut.



Mondovi:

Eine Kleinstadt mit ca. 20.000 Einwohnern mit netten Einkaufsmöglichkeiten - die beiden auf unterschiedlichem Niveau liegenden Stadteile werden durch eine Zahnradbahn verbunden.

schade, dass der Schönheitssalon
heute geschlossen hat


Genießen im Piemont:

In den Hügelgebieten der Langhe werden überwiegend Trauben und Haselnüsse angebaut.  Der Süßwarenhersteller Ferrero (Ferrero-Küsschen, Mon chéri, Nutella ...) hat in Alba seinen operativen Sitz. 

Im Piemont werden erstklassige Weine wie u. a. Barbera, Dolcetto, Barbaresco und Barolo produziert. In den fruchtbaren Niederungen des Po wachsen Reis, Obst und Gemüse. Käse ist im Piemont in großer Vielfalt (Robbiola, Toma, Fontina, Murrazano,  Castelmagno usw.) und für unsere Verhältnisse sehr preisgünstig erhältlich. Grissini wurden in Alba erfunden und werden noch von nahezu allen Bäckerein in Handarbeit hergestellt. 

Berühmt ist auch die Salsiccia aus Bra mit Gewürzen wie Zimt, Koriander, Muskatnuss und Kümmel. Ursprünglich wurde sie nur aus Rindfleisch hergestellt. Grund dafür war eine kleine hebräische Gemeinde, die in Cherasco in der Nähe von Bra lebte, und den Verzehr von Schweinefleisch ablehnte. In Bra wurde auch 1986 die zwischenzeitlich weltweit vertretene  "Slow Food" Bewegung gegründet.

Und nicht zuletzt findet in Alba alljährlich im Oktober die Trüffelmesse, zu der VIP's aus aller Welt anreisen, statt. Dort kommt der berühmte weiße Trüffel aus Alba zur Versteigerung. Der Trüffel wächst weit unter der Erde unter Bäumen. Die "trifolai" (Trüffelsucher) sind bevorzugt nachts unterwegs, wohl in erster Linie deshalb, weil sie ihre "Plätze" nicht preisgeben wollen. Zur Suche werden speziell abgerichtete Hunde eingesetzt (Schweine würden die Trüffel fressen), die den Wert eines Kleinwagens haben.


Gottseidank müssen wir nicht warten, bis diese Trauben in der Flasche sind
 Celle di Macra im Valle Maira (das Dorf der Sardellenhändler):

Die Berghänge des Maira-Tals sind voller wilder Lärchen, die sich im Herbst gelb verfärben und wunderbar mit den leuchtend rot gefärbten Blättern der wilden Kirschbäume harmonieren. Über die Berge zogen in früheren Jahrhunderten viele Bewohner nach Frankreich, um dort Arbeit zu suchen. Sie wurden dort nicht in Geld, sondern in Sardellen ausbezahlt. Heute sind die Sardellen eine Spezialität des Maira-Tals. Seit jeher waren die Berge keine Grenze, sondern verbanden die Kulturen diesseits und jenseits: 

Die Geschichte der Sardellen-Händler ist eigentlich eine Geschichte von Salz-Schmugglern. Denn auf Salz musste man viel Zoll zahlen, auf Fisch dagegen wenig. Also füllte man die Fässer mit Salz und legte oben einige Schichten Sardellen darauf.

 

und natürlich gehört auch Ausruhen zum Urlaub:

hier schläft es sich gut
und hier noch besser

Donnerstag, 29. Juli 2010

Komm ein bisschen mit ...

nach Italien
Komm ein bißchen mit ans blaue Meer,
und wir tun als ob das Leben
eine schöne Reise wär.


Komm ein bißchen mit nach Italien,
komm ein bißchen mit, weil sich das lohnt,
denn am Tag da scheint die Sonne
und am Abend scheint der Mond.


Aber dann, aber dann
zeigt ein richtiger Italiener was er kann
aber dann, aber dann
fängt beim Sternenschein die Serenade an.


Dibidibidipdip
sang einst Caterina Valente.

Nicht das blaue Meer, sondern dieses Domizil im Piemont ist unser diesjähriges Urlaubsziel.


Mitte August werde ich wieder zurück sein. Bis dahin wünsche ich Euch allen eine schöne Zeit und "frohes Kochen".
 

Montag, 14. September 2009

Berchtesgadener Land - Königssee

Ein richtiger Urlaub war es ja nicht, aber ein paar Tage zum Auslüften taten uns richtig gut. Bei weitgehend herrlichem Wetter konnten wir die wunderschöne Landschaft im Naturpark Berchtesgaden geniesen. Vor ziemlich genau 20 Jahren waren wir schon einmal hier, die Schönheit dieses Fleckchens war uns aber gar nicht mehr bewußt.

Bootshäuser am Königssee

Tief eingebettet zwischen steil aufragenden Felswänden liegt der kristallklare Königssee in einer der imposantesten Landschaften Deutschlands. Die Wasserreinheit des Sees ist von höchster Güte und besitzt Trinkwasserqualität. Bereits seit 1909 wird der Königssee mit Elektrobooten befahren.


Eine Fahrt über den See sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Kehlsteinhaus

Die Kehlsteinstraße gilt als eine der schönsten Bergstraßen, ist jedoch für den Privatverkehr gesperrt. Vom Obersalzberg geht es mit Spezialbussen hinauf zum Kehlsteinparkplatz. Von da aus führt ein ca. 130 m langer Tunnel zu einem messingverkleideten Aufzug, der einen direkt ins Kehlsteinhaus bringt. Das Kehlsteinhaus wurde während der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte gebaut. Es war ein Geschenk der Partei an Adolf Hitler zu dessen 50. Geburtstag.
Nach Kriegsende wurde es von der amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und bis 1952 unter Kontrolle genommen. Nach der Freigabe wollte die bayerische Staatsregierung das Gebäude ursprünglich sprengen, um so politisch unerwünschten Erscheinungen am Kehlsteinhaus aus dem Wege zu gehen. Auf Betreiben des Berchtesgadener Landrates entschloss sich die Regierung jedoch, das Gebäude an den Deutschen Alpenverein zu verpachten, um es wirtschaftlich zu nützen und dem Fremdenverkehr zugänglich zu machen. Vom Kehlsteinhaus kann man einen einmaligen Panoramablick über das Berchtesgadener Alpenland bis ins Salzkammergut genießen.

Biergarten im Regen

Eben noch vom Kehlstein den Ausblick genossen und nun vom Gewitter im Biergarten überrascht.

Jennerbahn

Mit der Jennerbahn geht es auf 1874 m Höhe hinauf. Das Jennergebiet ist im Sommer ein beliebtes Ziel für Bergwanderer und im Winter ein anspruchsvolles, wenn auch kleines Skigebiet.

Jennerhaus


Königsblick

Nachdem wir auf dem Weg von der Bergstation zum Gipfelkreuz diesen wunderbaren Ausblick - den sogenannten Königsblick - genossen haben, war uns klar, dass bis zu unserem nächsten Besuch keine 20 Jahre vergehen werden.