Freitag, 27. August 2010

Linguine mit Parmesancreme und Trüffel

Über Trüffel habe ich mir in der Vergangenheit wenig Gedanken gemacht. Natürlich habe ich hin und wieder von dem unvergleichlichen Aroma gelesen, das vor allem der weiße Trüffel haben soll, aber auch von den astronomischen Preisen, die für Trüffel bezahlt werden müssen. Mit war klar, dass mein Geldbeutel für solchen Luxus zu klein ist. 

Nun kam ich jedoch ganz unverhofft zu so einem Exemplar. Im Urlaub im Piemont haben wir ein paar Mal in einem Restaurant gegessen, das von einem leidenschaftlichen Jäger und Trüffelsammler geführt wird. Hervorragend hat uns das Carne cruda mit Trüffeln geschmeckt. Offensichtlich waren wir besonders nette Gäste, denn zum Abschied bekamen wir noch einen schwarzen Trüffel geschenkt.


Zuhause suchte ich dann zuallererst auf einem meiner Lieblingsblogs nach einem Rezept. Und tatsächlich wurde ich bei Robert von lamiacucina auch gleich fündig. Hier geht es zum Rezept von Robert, statt Bavette gab es bei mir Linguine und mein Trüffel war nicht weiß, sondern schwarz. Dafür musste ich allerdings auch nicht mein Konto plündern, keinen Konsumentenkredit aufnehmen und auch nicht das Familiensilber ins Pfandhaus bringen.

(mal wieder unscharf)

Dienstag, 24. August 2010

Back to porridge

sagt meine Schwägerin immer, wenn die Ferien zu Ende gehen. Die Schulferien dauern zwar noch etwas, aber unser Urlaub im Piemont ist vorbei. Wunderschöne Wochen liegen hinter uns. Schönes Wetter, gutes Essen, guter Wein, was will man mehr?  Wer gerne Urlaub abseits vom Massentourismus macht, dem kann ich die Langhe ungedingt ans Herz legen. 

Blick über die Hügel der Langhe: 



Casa Cavassa:


Im schönen Städtchen Saluzzo kann der einzig zugängliche Adelspalast der piemontesischen Renaissance besichtigt werden. Bereits 1883 kaufte der Marchese Emanuelle  Tapparelli d'Azeglio das Stadthaus der Familie Cavassa und ließ es renovieren, um dort ein öffentliches Musuem der Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts einzurichten, das er der Stadt Saluzzo schenkte.

Im ersten Stock sind Fresken des flämischen Malers Hans Clemer zu sehen, der auch die Pfarrkirche von Elva im Valle Maira gestaltete.
der von zwei Flügeln begrenzte Arkadengang

Blick auf die umliegenden Häuser und Gärten
Serralunga d'Alba:

Ein kleines Dorf mit etwas mehr als 500 Einwohnern umgeben von Weinbergen. Die mittelalterliche Burg galt als uneinnehmbare Festung.In Serralunga d'Alba werden vorwiegend Reben für den Dolcetto d'Alba, einen Rotwein mit DOC-Status, angebaut.



Mondovi:

Eine Kleinstadt mit ca. 20.000 Einwohnern mit netten Einkaufsmöglichkeiten - die beiden auf unterschiedlichem Niveau liegenden Stadteile werden durch eine Zahnradbahn verbunden.

schade, dass der Schönheitssalon
heute geschlossen hat


Genießen im Piemont:

In den Hügelgebieten der Langhe werden überwiegend Trauben und Haselnüsse angebaut.  Der Süßwarenhersteller Ferrero (Ferrero-Küsschen, Mon chéri, Nutella ...) hat in Alba seinen operativen Sitz. 

Im Piemont werden erstklassige Weine wie u. a. Barbera, Dolcetto, Barbaresco und Barolo produziert. In den fruchtbaren Niederungen des Po wachsen Reis, Obst und Gemüse. Käse ist im Piemont in großer Vielfalt (Robbiola, Toma, Fontina, Murrazano,  Castelmagno usw.) und für unsere Verhältnisse sehr preisgünstig erhältlich. Grissini wurden in Alba erfunden und werden noch von nahezu allen Bäckerein in Handarbeit hergestellt. 

Berühmt ist auch die Salsiccia aus Bra mit Gewürzen wie Zimt, Koriander, Muskatnuss und Kümmel. Ursprünglich wurde sie nur aus Rindfleisch hergestellt. Grund dafür war eine kleine hebräische Gemeinde, die in Cherasco in der Nähe von Bra lebte, und den Verzehr von Schweinefleisch ablehnte. In Bra wurde auch 1986 die zwischenzeitlich weltweit vertretene  "Slow Food" Bewegung gegründet.

Und nicht zuletzt findet in Alba alljährlich im Oktober die Trüffelmesse, zu der VIP's aus aller Welt anreisen, statt. Dort kommt der berühmte weiße Trüffel aus Alba zur Versteigerung. Der Trüffel wächst weit unter der Erde unter Bäumen. Die "trifolai" (Trüffelsucher) sind bevorzugt nachts unterwegs, wohl in erster Linie deshalb, weil sie ihre "Plätze" nicht preisgeben wollen. Zur Suche werden speziell abgerichtete Hunde eingesetzt (Schweine würden die Trüffel fressen), die den Wert eines Kleinwagens haben.


Gottseidank müssen wir nicht warten, bis diese Trauben in der Flasche sind
 Celle di Macra im Valle Maira (das Dorf der Sardellenhändler):

Die Berghänge des Maira-Tals sind voller wilder Lärchen, die sich im Herbst gelb verfärben und wunderbar mit den leuchtend rot gefärbten Blättern der wilden Kirschbäume harmonieren. Über die Berge zogen in früheren Jahrhunderten viele Bewohner nach Frankreich, um dort Arbeit zu suchen. Sie wurden dort nicht in Geld, sondern in Sardellen ausbezahlt. Heute sind die Sardellen eine Spezialität des Maira-Tals. Seit jeher waren die Berge keine Grenze, sondern verbanden die Kulturen diesseits und jenseits: 

Die Geschichte der Sardellen-Händler ist eigentlich eine Geschichte von Salz-Schmugglern. Denn auf Salz musste man viel Zoll zahlen, auf Fisch dagegen wenig. Also füllte man die Fässer mit Salz und legte oben einige Schichten Sardellen darauf.

 

und natürlich gehört auch Ausruhen zum Urlaub:

hier schläft es sich gut
und hier noch besser