Mittwoch, 16. Dezember 2009

Orangentaler



Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, als ich dieses Jahr beschlossen habe, Plätzchen zu backen. Meine Backambitionen gingen bisher über ein paar "Ausstecherle" mit den Kindern nicht hinaus und eigentlich sind bei uns herzhafte Knabbereien wesentlich beliebter. Trotzdem wollte ich mindestens 4 verschiedene Sorten anfertigen. Dazu hatte ich extra einen Tag auserwählt, an dem ich bis zum späten Nachmittag alleine zu Hause bin und durch niemanden gestört werde. Nun ausgerechnet an meinem Backtag fühlte sich der Junior nicht fit genug für einen Schulbesuch. Nichtsdestotrotz wollte ich gleich um acht morgens loslegen. Na ja, so ein bißchen noch ins Internet - nur ganz kurz - in diversen Kochblogs stöbern, das kann nicht schaden. Als ich dann loslegte war es zehn vorbei und mein Zeitplan schon ganz gehörig durcheinander.

Als erstes standen die Orangentaler auf dem Programm, die sahen im Rezeptheft (Landlust 11/09) so lecker aus.

Zutaten:
125 g zimmerwarme Butter
125 g Zucker
1 unbehandelte Orange
4 EL Orangenlikör
1 Prise Salz
2 Eier
275 g Mehl

Glasur:
100 g Puderzucker
Orangensaft

Von der Orange die Hälfte der Schale mit einem Sparschäler abschälen. Den Rest der Schale fein abreiben. Saft auspressen und für die Glasur beiseite stellen.

Für den Teig die Butter ganz schaumig rühren. Zucker, geriebene Orangenschale, Likör, Salz und Eier dazugeben. Alles zu einer dicken hellen Creme schlagen. Das Mehl unterheben. Aus dem Teig mit 2 Teelöffeln kleine Häufchen nicht zu dicht nebeneinander auf ein gefettetes Backblech setzen. Im auf 200 °C vorgeheizten Backofen ca. 12 Minuten goldgelb backen.

Für den Guss den Puderzucker mit etwas Orangensaft zu einem festen Guss verrühren. Jedes Plätzchen mit einem Tupfer verzieren und mit der zerkleinerten Orangenschale bestreuen. Trocknen lassen und in einer Keksdose aufbewahren.

Eigentlich ein super einfaches Rezept. Wenn man allerdings die Eier aus dem Kühlschrank direkt zu der Butter gibt (so wie ich), dann gerinnt das Ganze. Ist aber nicht weiter schlimm, sobald man das Mehl dazugibt, gibt es wieder einen wunderbaren Teig. Offensichtlich bin ich feinmotorisch nicht so begabt, denn die Häufchen mit den 2 Teelöffeln auf das Backblech zu setzen war eine ziemliche Kleckserei. Als der Teig dann verteilt war und im Ofen und der Junior inzwischen mit einer Nudelsuppe befriedigt, habe ich mich entschlossen, die Weihnachtsbäckerei fürs Erste einmal ruhen zu lassen.

Aber lecker schmecken die Orangentaler!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Lesefutter (3)

In der Vorweihnachtszeit flattern mit der Tageszeitung haufenweise Prospekte mit Geschenkideen für die Lieben ins Haus. Nachdem Playmobil, Lego, Baby Born etc. bei uns nicht mehr gefragt sind, wandern die meisten direkt ins Altpapier. Nur an den Blättchen mit den Buchvorschlägen komme ich nicht vorbei - und ein Büchlein hat mich so interessiert, dass ich es mir geradewegs gekauft habe.

Zum Buch:
Vierzehn Kurzkrimis aus der Feder von namhaften, teils preisgekrönten Autoren. Nicht immer geschieht ein Mord, auch andere kriminelle Machenschaften sorgen für Spannung. Aber immer kommt eine schwäbische Spezialität oder Eigenart in der Geschichte vor und spielt mitunter eine tödliche Rolle. Unter anderem verkürzen im Hohenlohischen Brezeln die Wartezeit auf den günstigsten Augenblick der Rache, in Stuttgart wird ein vergifteter Kartoffelsalat gesucht, die echte Leiche in der Geisterbahn auf dem Cannstatter Wasen lässt gruseln, in Friedrichshafen erfährt ein Mörder nach einem Rostbratenessen die ausgleichende Gerechtigkeit. Es ist nicht die große Literatur aber ein paar nette Geschichten sind dabei. Mir hat der Esslinger Maultaschenkrieg besonders gut gefallen.

Metzgermeister Kempfert und seine Exfrau Babette konkurrieren miteinander um den Ruf des Maultaschenkönigs bzw. der Maultaschenkönigin. Er überzeugt mit seinen konventionellen Maultaschen, die er übrigens nach einem geheimen Familienrezept von Babettes Urgroßmutter Berta fertigt. Sie bietet in ihrem Feinkostladen direkt neben der Metzgerei kreative Spezialitäten wie Maultaschen mit cremiger Ricotta-Füllung oder Lachsmaultaschen auf pikantem Paprikaschaum. Was mit harmlosen Werbekampagnen beginnt, gipfelt in einer gnadenlosen Auseinandersetzung. Hauswände werden mit rohen Eiern beworfen, Schaufenster mit Graffiti beschmiert, ein Pudel wird vergiftet. Der Maultaschenkrieg endet erst, als in der Esslinger Altstadt ein Gebäude bis auf die Grundmauern abbrennt und einer der beiden dabei sein Leben lässt.

Lachsmaultäschle auf Blattspinat

konventionelle Maultaschen geröstet mit Ei

Ich wüsste nicht, wen ich zum Maultaschenkönig ernennen würde, das ist ein bisschen, wie Äpfel mit Birnen verglichen. Die herkömmlichen Maultaschen sind etwas für ein herzhaftes Mittagessen, die Lachsmaultäschle habe ich im Rahmen eines
5-Gänge-Menüs serviert.

Montag, 7. Dezember 2009

Schwäbischer Sauerbraten mit Thüringer Serviettenknödel

Nun ja, Sauerbraten an sich ist ja kein typisch schwäbisches Gericht - es gibt ihn in vielen Varianten. Meist eingelegt in einer Marinade, in der unter anderem auch Rotwein enthalten ist. Ich bereite meinen Sauerbraten seit Jahren nach einem Rezept aus "Kochvergnügen wie noch nie" (G+U) zu - so schmeckt er fast wie bei Mama.

Zutaten für den Sauerbraten:
750 g Rinderschmorbraten
1 Bund Suppengrün
1 Zwiebel
1 Tasse Weinessig
1 gestrichener Teel. Salz
2 Gewürznelken
1 Lorbeerblatt
3 Pfefferkörner
3 Pimentkörner
Sahne, Creme fraiche oder Sauerrahm

Das Suppengrün putzen und kleinschneiden. Die Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden. Das Fleisch in ein Gefäß legen. 2 Tassen Wasser mit dem Weinessig, dem Salz, dem Suppengrün, den Zwiebelscheiben und den Gewürzen aufkochen, lauwarm abkühlen lassen und über das Fleisch gießen. Dieses nun abgedeckt für mindestens 3 Tage (länger schadet nicht) marinieren lassen, dabei ab und zu umwenden.


Das Fleisch aus der Marinade nehmen und trockentupfen. In heißem Fett rundum kräftig anbraten. 1 Tasse Marinade darübergießen und zugedeckt bei mäßiger Hitze ca. 2 Stunden garen. Eventuell noch 1 Tasse Wasser zugießen. Das Fleisch herausnehmen und warm stellen. Wer mag kann die Sauce mit etwas Speisestärke binden und Sahne oder Creme fraiche nach Geschmack unterrühren. Obligatorisch gibt es bei uns Spätzle dazu.

Da jedoch vom Sauerbraten immer noch etwas übrigbleibt, wollte ich am nächsten Tag Knödel dazu machen. Diese Serviettenknödel hatten mich schon vor einiger Zeit angelacht, und heute wurde das Rezept ausprobiert. Ich habe lediglich die Menge halbiert und als
geiziger sparsamer Schwabe die Rinde vom Toastbrot mitverwendet, was überhaupt nicht auffiel. Das Formen mit der Klarsicht- und Alufolie war zunächst etwas fisselig und ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen, völlig umsonst. So wunderbar sind mir Knödel noch nie gelungen. Einzig mit dem Salz hätte ich etwas großzügiger umgehen können, allerdings hat dies die kräftige Sauerbratensauce wieder wett gemacht.
Herzlichen Dank an Arthurs Tochter für dieses wunderbare Rezept.


Donnerstag, 3. Dezember 2009

Regentropfen


















So ein Spinnentüchlein voll Regentropfen -
wer macht das nach?

Christian Morgenstern

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Ravioli mit Pilzfüllung in Gorgonzolasauce



















Nudelteig hatte ich in der Vergangenheit schon ein paar Male selbst gemacht. Das fand ich nicht schwierig. Allerdings habe ich den Teig mit meinem Nudelholz nicht so dünn ausgewellt bekommen, wie ich das gerne gehabt hätte. Nun bin ich seit 1 1/2 Wochen stolze Besitzerin einer Nudelmaschine. Letzte Woche habe ich einen Teig hergestellt, dem ich gemahlene Maronen untergemischt habe, daraus wurden Bandnudeln. Sie waren nicht schlecht, allerdings fand ich den Aufwand für das doch relativ schwache Maronenaroma nicht lohnenswert.

Jetzt wollte ich gefüllte Pasta machen. Bei Hannes habe ich ein schönes Rezept gefunden, an das ich mich weitgehend gehalten habe. Den Nudelteig habe ich allerdings anders hergestellt.

Nudelteig: (für 2 Portionen)
150 g Mehl
1 Ei
1 Esslöffel Olivenöl
etwas Salz

Die Zutaten für den Nudelteig zu einem elastischen Teig verkneten und bei Zimmertemperatur 30 Minuten ruhen lassen.

Füllung:
1 Schalotte
1 Karotte
1 StückchenKnollensellerie
Steinchampignons
Semmelbrösel
Eiweiß

Das Gemüse und die Pilze in kleine Würfel schneiden. Ich habe dann zuerst die Schalotten- und Karottenwürfel in Butter ein paar Minuten gedünstet, dann die Sellerie und Pilze zugefügt und weitergedünstet. Über den aromatischen Pilzgeruch, der durch meine Küche zog, war ich überrascht aber sehr erfreut. Ich habe noch reichlich Petersilie zugegeben. Das Ganze habe ich leicht abkühlen lassen und dann mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Zum Schluß das Eiweiß und die Semmelbrösel untermengen.

Aus dem ausgerollten Nudelteig und der Masse dann Ravioli herstellen, in kochendes Salzwasser geben und ca. 3 Minuten sieden lassen.

Gorgonzola-Sauce:
milder Gorgonzola
Sahne
Creme fraiche

Sahne und Creme fraiche im gleichen Verhältnis in einem Topf erhitzen, dann soviel Gorgonzola darin schmelzen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat (ich liebe Muskat) abschmecken.

Die Ravioli waren so was von lecker, die gibt es sicherlich noch öfter!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Schöne Adventszeit

Dieses Jahr freue ich mich besonders über die Adventszeit. Denn nicht nur die Kinder, sondern auch ich habe einen

Kulinarischer Adventskalender 2009 mit Wettbewerb

24 mal darf ich ein Türchen aufmachen. Ich bin schon ganz gespannt.