Ellja fragt, ob heutzutage überhaupt noch jemand "jausnet". Aber sicher doch, und am liebsten, wenn es wie heute frisches Holzofenbrot aus dem "Backhäusle" gibt. Am liebsten ganz einfach mit Butter, Schnittlauch aus dem Garten und etwas Salz. Ach, und bei uns heißt es "Veschper".
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Mittwoch, 1. Juni 2011
Samstag, 12. März 2011
Die Mumien kommen
Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich zumindest nicht von der Hand weisen. Ganz so elegant wie Steph vom Kleinen Kuriositätenladen habe ich die Würstchen im Wickelrock zwar nicht hinbekommen.
Aber in gebackenem Zustand sahen sie dann doch ganz manierlich aus und saulecker waren sie obendrein noch.
Ich behaupte ja immer von mir, dass ich nicht gerne backe. Bei näherer Betrachtung muss ich jedoch feststellen, dass es bei uns doch relativ häufig herzhafte Snacks aus dem Ofen gibt.
Weitere Snacks von Steph, die es hier teilweise schon häufiger gab, von denen ich aber keine Bilder habe, kann ich Euch wärmstens empfehlen:
Tortilla-Fladen (wobei die in der Pfanne gemacht werden)
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Vesper
Montag, 17. Januar 2011
Blutwurstpäckchen mit Feldsalat
Hier hatte ich schon einmal vom Leben auf dem Lande während meiner Kindheit berichtet. Nachdem meine Eltern Mitte der 60er Jahre ihre Viehwirtschaft aufgegeben hatten, wurde der Stall zu Garagen und der Heuboden und Getreidespeicher zu Wohnungen, die vermietet wurden, umgebaut. Der Hühnergarten musste einem Wäschetrockenplatz weichen. Nur im ehemaligen Hühnerhaus durfte noch ein paar Mal ein Ferkel Einzug halten. Dunkel kann ich mich noch erinnern, dass mein Bruder und ich abwechselnd mit der Fütterung beauftragt wurden. Wenn ich mich recht entsinne, haben wir oft kleine gekochte Kartoffeln, Kleie und etwas Wasser mit den Händen zu einem Brei zermatscht. Ich glaube Dioxin-Gefahr bestand damals keine.
So gern ich das kleine Ferkel hatte, auf den Schlachttag haben wir uns alle immer gefreut. Was für ein befriedigendes Gefühl war es doch damals, wenn das zerlegte Fleisch, Schinkenwurst in Dosen, geräucherter Schinken, Grieben- und Leberwürste wieder vom Schlachter zu uns kamen, denn einen Einkauf in der Metzgerei konnten sich meine Eltern damals nur selten leisten.
Besonders beliebt bei uns in der Familie war die Griebenwurst. Meine Mutter erklärte mir, dass die Bezeichnung für die Griebenwurst von den vielen Speckstücken in der Wurst komme, die ausgelassen als Grieben bezeichnet werden. Ob das stimmt, konnte ich nicht befriedigend recherchieren. Die frische Griebenwurst wurde gerne gekocht und zusammen mit Sauerkraut und Kartoffelbrei gegessen. Die getrocknete, geräucherte Version der Griebenwurst wird bei uns als Schwarzwurst bezeichnet und darf in einem schwäbischen Wurstsalat nicht fehlen. Ich habe sie heute nach einer Anregung aus der "Lust auf Genuss" (Ausgabe 4/2009) verwendet.
Zutaten:
Schwarzwurst bzw. geräucherte Blutwurst
Apfel
mehlig kochende Kartoffel (sehr groß)
Die Haut von der Wurst entfernen und die Wurst in Scheiben schneiden, Apfel schälen und in kleine Stücke schneiden, Kartoffeln ebenfalls schälen, halbieren und von der Mitte her hauchdünne Scheiben schneiden. Diese auf die Breite der Schwarzwurst zuschneiden. Apfelstücken auf die Schwarzwurst legen, dann 1 Kartoffelscheibe darauf geben und unterschlagen. Eine zweite Kartoffelscheibe quer dazu auflegen, ebenfalls unterschlagen. Die Blutwurstpäckchen von allen Seiten in heißem Öl backen, bis die Kartoffeln gar sind.
Im Rezept steht, dass die Päckchen durch die Kartoffelstärke sehr gut zusammenhalten und mit der Schnittstelle zuerst gebacken werden sollen. Das hat bei mir überhaupt nicht funktioniert, bei dem Versuch die Kartoffelscheiben zusammenzuhalten, habe ich mir lediglich die Finger verbrannt. Ich habe dann die Schnittstellen mit Zahnstocker fixiert und die Päckchen erst auf allen anderen Seiten gebraten, dann die Zahnstocker entfernt und auf der Seite mit der Schnittstelle fertiggebraten. Das hat dann doch ganz zufriedenstellend geklappt. Beim nächsten Mal würde ich die Kartoffelscheiben kurz kochen, dann sind sie bestimmt leichter zu handhaben.
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Mittwoch, 20. Oktober 2010
Katzagschroi
Und weiter geht es schwäbisch sparsam. Dass Suppen in Lindas Bistro beliebt sind, ist sicher einigen von Euch nicht unbekannt. Aber nicht die in meinem Blog vorgestellten Suppen sind die Lieblinge. Nein, absoluter Favorit ist meine selbstgemachte Fleischbrühe nach diesem Rezept mit verschiedenen Einlagen, wie z.B. Suppennudeln, Flädle, Grießklößchen, Schwammklößchen etc. Ich koche die Brühe immer auf Vorrat und normalerweise kommt das Suppenfleisch kleingeschnitten mit der Brühe in den Tiefkühler.
Gestern habe ich mich jedoch anderweitig entschieden. Immer auf der Suche nach urschwäbischen Gerichten bin ich auf das Magazin "Wir kochen - die besten Rezepte aus dem Stauferland" gestoßen. Die Neue Württembergische Zeitung und die Geislinger Zeitung haben in dieser Zeitschrift die beliebtesten Rezepte ihrer Leser veröffentlicht. Für mich ist viel Bekanntes aber doch auch manch Neues dabei. Das "Katzagschroi" kannte ich bisher noch nicht.
Zutaten für 4 Personen:
600 g Suppenfleisch
2 Zwiebeln
4 Eier
Butter
Salz, Pfeffer
Das gekochte und kalte Suppenfleisch in feine Streifen schneiden, ebenso die geschälten Zwiebeln. Butter in einer Pfanne heiß werden lassen, die Fleisch- und Zwiebelstreifen darin anbraten. Nun die Eier miteinander verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen und über das Zwiebelfleisch gießen. Langsam rühren bis die Eier gestockt sind. Ich habe noch ein paar Frühlingszwiebel dazugegeben.
Dazu schmeckt ein frischer Blattsalat und/oder ein leckeres Bauernbrot.
Offensichtlich war dieses Vespergericht aus übrig gebliebenem Suppenfleisch so begehrt, dass es selbst mit den Katzen zum Streit darum kam, daher rührt der Name "Katzagschroi".
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Mittwoch, 26. Mai 2010
Lesefutter (4) und ein Schmankerl für Kommissar Kluftinger
"Säuberlich belegte er das trockene Brot mit Parmesanscheiben. Der Geschmack des Käses war keine Offenbarung. Eine viel zu trockene und bröselige Angelegenheit. Und viel zu salzig. Bevor er weiter essen konnte, nahm er sich eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank und goss sie in seinen Krug.Was diese Deppen immer hatten: Da hat man so guten einheimischen Käse im Allgäu und dann muss man den Italienern ihren alten Bröckelkäse nachmachen. Auf Pasta asciutta, gut, gerieben und als Würze. Aber zum so Essen? Das war, fand Kluftinger, so etwas wie Ruccola, Latte Macchiato und Aceto Balsamico: Modetrends, die man mitmachen musste, wenn man den Anschein machen wollte, dass man beim Essen international, weltoffen und genießerisch war. Auch seine Frau schleppte dieses ganze Toskanazeug an, ihm schmeckte das meiste nicht."
Ein Mord in Kommissar Kluftingers beschaulichem Allgäuer Heimatort Altusried - jäh verdirbt diese Nachricht sein gemütliches Kässpatzen-Essen: Ein Lebensmittel-Chemiker des örtlichen Milchwerks ist stranguliert worden. Mit eigenwilligen Ermittlungsmethoden riskiert der liebenswert-kantige Kommissar einen Blick hinter die Fassade der Allgäuer Postkartenidylle - und entdeckt einen scheinbar vergessenen Verrat, dunkle Machenschaften und einen Skandal.
Ein bisschen geht es mir mit diesem Buch wie Kommissar Kluftinger mit dem Parmesankäse. Schon ewig kaue ich daran herum und so ganz trifft es nicht meinen Geschmack. Wahrscheinlich bin ich zu blutrünstig und es geht mir zu beschaulich zu.
Hier ein Rezept für ein Schmankerl, oder neumodisch bayerisches Fingerfood, das auch Kommissar Kluftinger schmecken könnte:
Obazda auf gerösteten Brezen:
4 Laugenstangen
2 EL Butter
1/2 reife, aber feste Birne
5 Lauchzwiebeln
250 g reifer, zimmerwarmer Camembert
250 g Doppelrahm-Frischkäse
3-4 EL Schlagsahne
2 cl Williamsbrand
Salz, 1 Prise Cayennepfeffer
gemahlener Kümmel
3-4 EL Radieschenstifte
Stangen schräg in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und in einer Pfanne in zerlassener Butter knusprig braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Birne schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Lauchzwiebeln putzen, waschen und in dünne Scheiben schneiden.
2 EL grüne Lauchzwiebelringe zum Garnieren beiseite legen. Camembert klein schneiden, mit Frischkäse, Sahne und dem Williamsbrand cremig verrühren. Birne und Lauchzwiebeln unterheben und mit Salz, Cayennepfeffer und Kümmel abschmecken. Obazdn auf die Laugenstangenscheiben verteilen, mit Radieschen und Lauchzwiebeln garnieren.
(Quelle: Lust auf Genuss - 04/09 - Schuhbecks Fingerfood)
Die Lauchzwiebelgarnitur habe ich vergessen, dafür gab es einen Blattsalat mit Wildkräutern aus dem Garten dazu.
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Freitag, 19. Februar 2010
Saurer Käs...
ist die Abwandlung von einem Gericht, das in vielen gutbürgerlichen Wirtschaften bei uns im Ländle als "Schwäbischer Wurstsalat" auf der Vesperkarte zu finden ist. Hannes hat uns vor ein paar Wochen ein Rezept für seinen "Schwarzen Wurstsalat" vorgestellt. Das hat mich an meine Kindheit erinnert. Mein Vater liebte Schwarzwurst (Blutwurst) unheimlich, und es gab oft diesen Wurstsalat. Und weil ich gerade sowieso ein bisschen nostalgisch drauf bin, gab es gestern Abend den "Sauren Käs".
Zutaten:
200 g Fleischwurst
200 g trockene, feste Schwarzwurst (Blutwurst)
150 g Hartkäse (Emmentaler)
1 Zwiebel
Essig, Öl, Senf, Salz und Pfeffer
Die Würste und der Käse werden in feine Scheiben bzw. Streifen geschnitten und mit der ebenfalls in feine Streifen geschnittenen Zwiebel vermischt. Mit Essig, Öl, Senf und wenig Salz und Pfeffer marinieren. Am besten schmeckt der "Saure Käs" wenn er etwas durchgezogen hat. Dazu passt ein frisch gebackenes Bauernbrot aus dem Holzbackofen.
Zutaten:
200 g Fleischwurst
200 g trockene, feste Schwarzwurst (Blutwurst)
150 g Hartkäse (Emmentaler)
1 Zwiebel
Essig, Öl, Senf, Salz und Pfeffer
Die Würste und der Käse werden in feine Scheiben bzw. Streifen geschnitten und mit der ebenfalls in feine Streifen geschnittenen Zwiebel vermischt. Mit Essig, Öl, Senf und wenig Salz und Pfeffer marinieren. Am besten schmeckt der "Saure Käs" wenn er etwas durchgezogen hat. Dazu passt ein frisch gebackenes Bauernbrot aus dem Holzbackofen.
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