Montag, 30. November 2009

Pfannkuchenteig - herrlich vielseitig

Ich bin kein Freund von Fertiggerichten oder Halbfertigprodukten, möchte sie jedoch auch nicht total verdammen. Zufällig fiel mein Blick beim letzten Einkauf auf so eine Plastikflasche, in der sich ein Pulver befand. "Schnelle Küche - nur noch Milch zugeben" so ähnlich stand drauf. Das ganze dann schütteln und schon ist er fertig, der Pfannkuchenteig. Also der Sinn dieses Produktes erschließt sich mir überhaupt nicht. Die Zutaten für einen Pfannkuchenteig habe ich immer im Haus.

Mehl (ca. 200 g) in eine Schüssel geben, etwas Salz und 2 Eier dazu und dann mit dem Schneebesen soviel Milch unterrühren bis ein glatter dünnflüssiger Teig entstanden ist. Das dauert nur wenige Minuten und ich habe keinen Plastikmüll. Der Teig wird dann in einer Pfanne in heißem Fett ausgebacken.

So sieht das bei mir dann aus:




ausgebackene Pfannkuchen







als Eierhaber mit gedünsteten Apfelspalten liebt unsere Tochter den Pfannkuchenteig







fertige Pfannkuchen in dünne Streifen geschnitten in einer kräftigen Rindfleischbrühe (Flädlesuppe) wird vom Junior bevorzugt






als herzhafte Variante - hier Greyerzer Käsepfannkuchen -
essen wir Großen die Pfannkuchen gerne

Montag, 23. November 2009

Wirsingeintopf mit Chorizo und Kichererbsen - nachgekocht


Der Herr des Hauses liebt Eintöpfe, vor allem wenn er spät abends nach Hause kommt. Ich freue mich über jede neue Eintopfidee. Vielen Dank deshalb an Arthurs Tochter, die vor einigen Tagen einen Wirsingeintopf gekocht hat, der mir sehr zugesagt hat.

Ich habe ihn mit ein paar kleinen Abwandlungen nachgekocht. Weil die spanische Paprikawurst im Kühlschrank vom Hausherrn äußerst kritisch beäugt wurde, und von ihm die Frage aufkam, wer in aller Welt so etwas bei uns isst, habe ich sie in relativ kleine Würfel geschnitten (damit sie nicht gleich so ins Auge springt).

Die Chorizowürfel und feingehackten Knoblauch habe ich in etwas Öl leicht angebraten, dann kam der kleingeschnittene Wirsing dazu und wurde kurz mitgedämpft. Das Ganze wurde mit Gemüsebrühe abgelöscht (Sherry ist bei uns selten im Haus).

Um den Eintopf für den hungrigen Mann etwas sättigender zu machen, habe ich noch sehr kleine Kartoffelwürfel mitgekocht. Im Gegensatz zu Arthurs Tochter habe ich keine getrockneten Tomaten verwendet, sondern gut abgetropfte Dosentomaten, die ich in kleine Stücke geschnitten habe. Sie kamen ganz zum Schluß mit den Kichererbsen in den Eintopf.

Da ich persönlich es eher mild mag, musste hier gar nicht mehr viel abgeschmeckt werden. Für den, der es schärfer liebt, kommt noch Tabasco mit auf den Tisch.

Freitag, 20. November 2009

Schollenröllchen mit Zucchini und Paprika


Da der Herr des Hauses nicht die Möglichkeit hat, während seiner Mittagspause eine warme Mahlzeit einzunehmen, ernährt er sich tagsüber von Vesperbroten. So ist er dankbar, wenn ich mich abends nochmal für ihn in die Küche stelle. Allerdings ist dann oft nicht genügend Zeit für aufwändige Gerichte, schnelle Küche ist angesagt. Dies ist eines der Rezepte, die für mich darunterfallen.

Zutaten:
4 Schollenfilets ohne Haut
1 Zucchini
1 Schalotte
1 kleine rote Paprikaschote
Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Thymian
Sahne

Die Schollenfilets waschen und trockentupfen. Der Länge nach in 2 Hälften schneiden. Zucchini waschen und der Länge nach mit einem Sparschäler 8 Scheiben abschneiden. Die Schollenfilets salzen und pfeffern und auf jedes Filetstück einen Zucchinistreifen legen. Einrollen und mit einem Zahnstocher fixieren.
Restliche Zucchini, Paprikaschote und Schalotte in feine Würfel schneiden. Öl erhitzen und die Gemüsewürfel darin glasig dünsten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und Sahne angießen. Sauce etwas einreduzieren lassen und mit Zitronensaft und Thymian abschmecken. Fischfilets in eine feuerfeste Form geben, Sauce angießen und im auf 180 °C vorgeheizten Ofen ca. 15 Minuten backen. Dazu passt eine Reismischung aus Langkornreis, Wildreis und rotem Reis aus der Camargue.

Mittwoch, 18. November 2009

Gebackener Wirsing


"Der Frühling ist zwar schön;
doch wenn der Herbst nicht wär'
wär' zwar das Auge satt,
der Magen a
ber leer."
Friedrich v
on Logau, polnischer Barock-Dichter (1605-1655)

Arthurs Tochter hat vor ein paar Tagen einen spanischen Eintopf mit Wirsing und Chorizo gekocht, der hat mir so gut gefallen, dass ich ihn demnächst einmal nachkochen möchte. Bei dem Gedanke an Wirsing habe ich Sehnsucht nach einem Gericht aus meinen Kindertagen bekommen. Es ist ein etwas altmodisches Rezept, das mit wenig Zutaten auskommt, aber genau das gefällt mir.

Zutaten:
500 g Wirsing
250 g Hackfleisch
1 Ei
1 eingeweichtes Brötchen
Petersilie
Butter, Mehl, Semmelbrösel, Käse
Salz, Pfeffer, Muskat

Den Kohl in Achtel schneiden und in Salzwasser und evtl. eine Prise Natron ca. 10 Minuten kochen. Abtropfen lassen und das Kochwasser dabei auffangen. Hackfleisch mit dem Ei, ausgedrücktem Brötchen, Petersilie vermengen und kräftig abschmecken. Kohl und Hackfleischmasse abwechselnd in eine gefettete Auflaufform schichten.

Aus Butter, Mehl und dem Kohlwasser eine Mehlschwitze herstellen. Diese mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und über den Kohl gießen. Den Auflauf mit Semmelbröseln, geriebenem Käse und Butterflöckchen bedecken. Im vorgeheizten Ofen bei 175 °C ca. 40 Minuten backen.
Bei uns gab es dazu Salzkartoffeln.

Zu meiner Freude hat der Auflauf meiner Tochter genauso gut geschmeckt wie mir.



Montag, 16. November 2009

Lesefutter (2)


Wenn man wie ich gerne Krimis liest, kommt man natürlich auch an den skandinavischen Autoren nicht vorbei. Von Mankell, Ake Edwardson, Karin Fossum und Hakan Nesser habe ich einige Bücher gelesen. Bei den meisten Autoren ging es mir so, dass ich nach 2 - 3 Romanen genug hatte. Irgendwie lief es immer auf die gleiche Geschichte hinaus.
Nur Hakan Nesser hat bei mir die zwiespältigsten Reaktionen hervorgerufen. Durch ein paar Bücher habe ich mich gequält, um sie am Ende doch noch ganz gut zu finden. Einige habe ich nach den ersten Seiten wieder weggelegt, weil ich keinen Einstieg fand. Nur eines hat mir vom Anfang bis zum Ende richtig gut gefallen.

Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla

Sommer 1967 in einem verschlafenen Dorf in Schweden. Mit Pink Floyd, Procol Harum und über allen thronend, John Lennon, wehen aus England berauschend neue Töne herüber. Und für den 17jährigen Mauritz ist seine Berufswahl keine Frage. Nur sein Heimatnest Kumla scheint als Sprungbrett für einen künftigen Popstar denkbar ungeeignet. Das Geld, das er in den Sommerferien beim Torfstechen verdient, investiert er sofort wieder in Beatlesplatten. Mit seiner Familie hat er es nicht einfach. Seine Mutter wünscht sich ständig, dass er mal zum Friseur gehen könnte, um so auszusehen, wie alle anderen. Seine Schwester Katta ist mit Dubbelubbe, einem Polizistenanwärter und ziemlichen Kotzbrocken, liiert und sein brummiger Vater ist auch nicht gerade leichte Kost. Einziger Lichtblick ist die schöne Nachbarstochter Signhild Kekkonen-Bolego, in die er sich verliebt und die er heimlich beobachtet.


Ganz langsam entwickelt sich die leichte Entwicklungsgeschichte zu einem Drama. In seiner Verliebtheit bemerkt Mauritz nicht die seltsamen Dinge, die um ihn geschehen. Wer ist der geheimnisvolle Fremde, der neben Signhilds Mutter bei strömenden Regen im Auto sitzt? Was hat es mit dem skurrilen Untermieter der Kekkonens auf sich? Und von wem ist Esther Kekkonen-Bolego schwanger? Als Signhild ihren Vater im elterlichen Schlafzimmer mit abgeschlagenem Kopf auffindet, sind die unbeschwerten Jugendtage endgültig vorbei. Die polizeilichen Ermittlungen bleiben erfolglos und Mauritz wird erst Jahrzehnte später erfahren, was sich in jenem Sommer wirklich ereignet hat.

Das Buch ist aus der Sicht des 17jährigen Mauritz geschrieben und es hat mir deshalb so gut gefallen, weil es mich so sehr an meine eigene Jugendzeit erinnert hat.

Montag, 9. November 2009

Pikanter Birnenkuchen - Herrn von Ribbecks Lieblingskuchen



Das Rezept stammt aus dem Ribbecker Kochbuch der evangelischen Kirchengemeinde und ich habe es bei der Suche nach der bekannten Ballade von Theodor Fontane über den "Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" entdeckt.

Zutaten für den Teig:
200 g Mehl
100 g Butter
1 Ei
etwas Salz und Backpulver

Belag:
500 g Birnen
100 g gekochter Schinken
200 g Ziegenfrischkäse
200 ml Sahne
2 Eigelb
2 Teelöffel Stärke
Salz, Pfeffer, Muskat

Die Zutaten für den Teig zu einem Mürbteig verkneten und eine gefettete Form damit auslegen, mit dem gekochten Schinken belegen. Die geschälten und in Spalten geschnittenen Birnen darüber legen. Die restlichen Zutaten verquirlen und mit Salz, Pfeffer, Muskat kräftig würzen. Die Masse über die Birnen gießen und im auf 180 °C vorgeheizten Backofen ca. 35 - 40 Minuten backen, noch warm mit grobem Pfeffer bestreuen und genießen.

Ich war überrascht, wie gut der Kuchen bei meiner mäkeligen Familie ankam. Mit einem Feldsalat dazu, war es für uns eine kleine Mahlzeit.


Sonntag, 8. November 2009

Herbst


(Blicke aus meinem Arbeitszimmer)

Vermutlich verbringe ich deshalb so viel Zeit vor meinem Computer, weil ich nebenher diesen herrlichen Ausblick genießen kann. Ich liebe die warmen Farben des Herbstes. In dieser Jahreszeit geht mir dann immer ein Gedicht durch den Kopf, das vermutlich während meiner Schulzeit nahezu alle Schüler auswendig lernen mussten - ich habe es geliebt.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,

Da stopfte, wenns Mittag vom Turme scholl,

Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,

Und kam in Pantinen eine Junge daher,

So rief er: "Junge, wiste'ne Beer?"

Und kam ein Mädel, so rief er: "Lütt Dirn,

Kumm man röver, ick hebb'ne Birn."

So ging es viele Jahre, bis lobesam

Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit

Wieder lachten die Birnen weit und breit;

Da sagte von Ribbeck: "Ich scheide nun ab.

Legt mir eine Birne mit ins Grab."

Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,

Trugen von Ribbeck sie hinaus.

Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht

Sangen "Jesus meine Zuversicht."

Und die Kinder klagten, das Herze schwer:

"He is dod nu. Wer giwt uns nu'ne Beer?"


So klagten die Kinder. Das war nicht recht -

Ach sie kannten den alten Ribbeck schlecht;

Der neue freilich, der knausert und spart,

Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.

Aber der alte vorahnend schon

Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,

Der wußte genau, was damals er tat,

Als um eine Birn' ins Grab er bat,

Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus

Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.


Und die Jahre gingen wohl auf und ab,

Längst wölbst sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' überm Kirchhof her,

So flüstert's im Baume: "Wiste 'ne Beer?"

Und kommt ein Mädel, so flüstert's: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew di 'ne Birn."


So spendet Segen noch immer die Hand

Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.


Theodor Fontane (1819 - 1898)


Leider kannte ich nur noch die erste Strophe auswendig. So habe ich mich im Netz auf die Suche nach dem Gedicht gemacht und bin dabei auf Interessantes gestoßen. Ich wußte nicht, dass es ein reales Vorbild für diese Ballade gab. Es handelt sich hierbei um Hans Georg von Ribbeck. Aus der Gruft derer von Ribbeck wuchs tatsächlich ein Birnbaum, der allerdings 1911 einem Sturm zum Opfer fiel. Der Stumpf wird heute in der Dorfkirche von Ribbeck aufbewahrt. Es folgte in den 70er-Jahren eine Neuanpflanzung. Der Baum trug allerdings nicht wie gewünscht, so dass im April 2000 eine Nachpflanzung vorgenommen wurde.

Entdeckt habe ich auch das Rezept für Herrn von Ribbecks Lieblingskuchen - ein pikanter Birnenkuchen. Den stelle ich morgen vor.

Freitag, 6. November 2009

Kürbis-Zucchini-Hackfleisch



Aus Kürbissen habe ich bislang nur Suppen gekocht. Vor einigen Wochen hat Hannes ein gefülltes Omlette mit Kürbis-Zucchini-Hackfleisch zubereitet. Da ich ganz gerne Zucchini-Hackfleisch-Gemüse zu Nudeln esse, dachte ich mir, dass die Kürbis-Variante vielleicht eine interessante Abwandlung sein könnte.

Hannes Rezept habe ich etwas abgeändert, da weder Wein noch Demi-Glace im Hause war:
Hackfleisch scharf anbraten, gehackte Zwiebel zugeben und kurz weiter braten. Anschließend die in Würfel geschnittene Zucchini und Kürbis dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und mit Gemüsebrühe ablöschen. Ich habe noch etwas Tomatenmark zugegeben. Das ganze dann köcheln lassen, bis das Gemüse bissfest ist. Dazu gab es Spirelli "Feuer-Mix" von Zumhofer Hausnudeln. Es hat uns ganz gut geschmeckt, allerdings war mir persönlich das Kürbisfleisch etwas zu süßlich. Ich hatte einen Gorgonzola-Kürbis verwendet, der vom Geschmack her an Süßkartoffeln erinnern soll. Das nächste Mal würde ich eine andere Kürbisart verwenden.