Nachkochen!

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Dienstag, 5. Juli 2011

Nudel-Erbsen-Frittata


Brogele, Broggele oder Brockela, wenn ich das meinen Kindern sagen würde, wüssten sie nicht was gemeint ist. Meine Mutter hat immer urschwäbische Bezeichnungen verwendet. Kartoffeln waren Ebiere, Karotten "Gelbe Rieba", Erdbeeren "Breschtling" und Johannisbeeren "Träubla" und Brockela sind bei uns Erbsen. Oft habe ich mich schon gefragt, woher sich diese Namen ableiten. Zumindest für die Erbsen wäre die Erklärung wohl, dass man sie aus der Schale ausbrechen (brocken) muss.

Meine Mutter hat bis vor wenigen Jahren alles Gemüse für unseren Bedarf selbst angebaut. Es gab Radieschen, Kopfsalat, Spitzkohl, Blaukraut, Wirsing, Brokkoli, Kohlrabi, Busch- und Stangenbohnen, Kartoffeln, Zwiebeln, Zucchini, Karotten, Erbsen, Erdbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Süß- und Sauerkirschen, Pflaumen, Mirabellen, Äpfel, Birnen, ach einfach alles, was in unserem Klima gedieh. Abends saßen wir dann oft gemeinsam am Küchentisch und haben Bohnen gegipfelt oder Erbsen "ausgebrockelt". Außer ab und zu Bananen und Orangen im Winter wurde bei uns kein Obst oder Gemüse gekauft. Im Winter ernährte man sich von den Vorräten aus dem Sommer. Bis auf Rosenkohl (den kann ich immer noch nicht ausstehen) gibt es eigentlich kein Gemüse, das ich nicht mochte. Erbsen sind bis heute meine bevorzugten Lieblinge. Hier ein Rezept, das sich auch hervorragend zur Resteverwertung von gekochten Nudeln eignet.

Nudel-Erbsen-Frittata (2 Portionen):
gekochte Nudeln - ausreichend für 2 Personen
100 g Erbsen (TK)
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
eine Handvoll Zitronenmelisse
4 Eier
Schafskäse
Olivenöl
Pfeffer

Erbsen antauen lassen. Knoblauch und Zwiebel schälen und fein hacken. Zitronenmelisse grob hacken, Schafskäse würfeln.Olivenöl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. Die gekochten Nudeln dazugeben und kurz anbraten. Die angetrauten Erbsen ebenfalls in die Pfanne geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Eier in einer Schüssel verquirlen, ebenfalls würzen und zu den Nudeln gießen. Gehackte Zitronen-melisse und zerbröckelten Schafskäse darübergeben und im auf 180 °C vorgeheizten ca. 10 bis 12 Minuten stocken lassen.

Und weil das Ganze auch schnell geht, ist dies ein Beitrag für die Cucina rapida im Juli.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von 
mankannsessen.de

Montag, 8. November 2010

Linsen mit Spätzle nicht ganz schwäbisch

 

Meine Liebe für Linsen kann ich nicht von meinem Großvater geerbt haben. Ihm wird der folgende Ausspruch nachgesagt: "Linsen kann man nur essen, wenn man jede Linse halbiert und dazu ein halbes Pfund Schinkenwurst isst." Dem muss ich ganz entschieden widersprechen, ich mag Hülsenfrüchte allgemein sehr gerne am liebsten aber Linsen.
Heute gab es eine "exotische" Version des schwäbischen Klassikers nach einer Vorlage von Tim Mälzer.

Zutaten für 2 Portionen:
200 g Spätzle (Frischepack) nach Packungsanweisung zubereiten oder besser selbst herstellen
100 g rote Linsen
1 rote Paprikaschote
2-3 Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
Paprikapaste (z.B. Ajvar)
Öl, Salz, Pfeffer, Currypulver
Gemüsebrühe
2 Wiener Würstchen
Zitronensaft
Petersilie

Die Linsen in kochendem Wasser bissfest garen, dann abschrecken.
Die Paprikaschote waschen und kleinwürfeln, die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, Knoblauchzehe winzig würfeln.
2 EL Öl in einem Topf erhitzen, Paprika und Knoblauch darin andünsten. Mit Salz, Pfeffer und 1 TL Currypulver würzen. Paprikapaste (3-4 EL je nach Geschmack) kurz mitdünsten, dann mit 250 ml Gemüsebrühe ablöschen. Zugedeckt bei milder Hitze ca. 3 Minuten köcheln lassen.
Die Wiener Würstchen in Scheiben schneiden. Linsen, Frühlingszwiebeln und Würstchen zu den Paprika geben und weitere 2 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Currypulver und 1-2 TL Zitronensaft abschmecken.
Parallel die Spätzle zubereiten und diese zum Schluß unter die Linsen mischen. Mit gehackter Petersilie oder Koriander bestreuen.

Ein Gericht, das in weniger als einer halben Stunde zubereitet ist und deshalb ein idealer Kandidat für:


Weitere Rezepte mit Linsen:

Mittwoch, 12. Mai 2010

Rote-Linsen-Nudeln mit Lamm und Spinat



So, nachdem in Lindas Bistro in letzter Zeit arg viel Suppen- und Huschhusch-Küche vorgeherrscht hat, war es an der Zeit mal wieder etwas mehr Aufwand zu treiben. Schon lange habe ich ein Rezept aus meiner derzeitigen Favoriten-Kochzeitschrift im Hinterkopf. Die Umsetzung war bisher an meiner Bequemlichkeit und dem Wissen, dass ich nur die Hälfte der Familie damit beglücken kann, gescheitert. Nach dem ich hier und hier schon einmal Rezepte aus der "Lust auf Genuss - Pasta! Pasta! Pasta!" vorgestellt habe, sind nun heute endlich die Rote-Linsen-Nudeln an der Reihe.

Nudelteig:
50 g rote Linsen

140 g Mehl (Type 405) und Mehl zum Arbeiten
2 Eier

1 EL Olivenöl

Salz


Linsen möglichst fein zermahlen. Ich habe dafür eine ausrangierte elektrische Kaffeemühle benutzt, das hat bestens funktioniert. Mehl mit Eiern, Öl, Linsen und Salz zu einem glatten, glänzenden Teig verkneten. In Klarsichtfolie einwickeln und im Kühlschrank ruhen lassen.
Hier weiche ich vom Rezept ab. Dort ist angegeben mindestens 4 Stunden, besser noch über Nacht. Mir haben 2 Stunden genügt.

Nudelteig in 4 Portionen teilen und mit der Nudelmaschine zu dünnen Teigplatten ausrollen, dabei immer wieder bemehlen. Teigplatten in ca. 3 cm breite Streifen schneiden, in reichlich Salzwasser 3 Minuten kochen, in einem Sieb abtropfen lassen.




von der Linse über den Teig zur Nudel

Lammragout:

600 g Lammfleisch in 2 cm großen Würfeln
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 EL Mehl
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 EL Olivenöl
1 EL Tomatenmark
6-8 Safranfäden
750 ml Geflügelbrühe
(ich habe einen Teil durch Fleischbrühe ersetzt, die ich nebenbei auf Vorrat gekocht habe)

Fleisch salzen, pfeffern und mit Mehl bestäuben. Zwiebel abziehen und in 1 cm große Würfel schneiden, Knoblauchzehen abziehen und fein hacken.
Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. Fleisch, Tomatenmark und Safran zugeben und ca. 10 Minuten rösten. Mit einem Schuss Brühe ablöschen, Flüssigkeit einkochen lassen. Diesen Vorgang 2 mal wiederholen. Übrige Brühe zugeben und zugedeckt bei kleiner Temperatur etwa 1 1/2 Stunden köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Zum Schluß mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Spinat:
400 g Spinat
4 EL Butter
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
geriebene Muskatnuss

Spinat putzen, waschen und in einem Sieb abtropfen lassen. Butter in einer großen Pfanne erhitzen, Spinat einlegen und 4 Minuten zugedeckt kochen. Nudeln zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Die Nudel-Spinat-Mischung mit dem Lammragout auf vorgewärmten Tellern servieren.
Das war eines der besten Gerichte, die ich in letzter Zeit gekocht habe. Mir hat besonders der kernige Biss der Linsennudeln gefallen und das Ragout war schön würzig.


Mittwoch, 14. April 2010

Sauce Bologneser Art ohne Fleisch

dafür mit schlechtem Bild - heute musste das Handy herhalten.


Zugegeben das aktuelle Thema vom Kochtopf-Event "ohne" hat auch mich etwas ratlos gemacht. Wir haben keinen Vegetarier in der Familie und ich bin in der glücklichen Lage auf keine Unverträglichkeiten - abgesehen von gewissen Abneigungen - Rücksicht nehmen zu müssen. Dann ist mir aber ein Rezept eingefallen, das ich mir schon vor ewigen Zeiten in meiner Rezeptsammlung bei Chefkoch abgespeichert hatte. Etwas modifiziert habe ich es heute gekocht.

Zutaten (für 2 Portionen):
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 Schalotte
1 Karotte
1 Stückchen Sellerie
1 EL Olivenöl
1 EL Tomatenmark
ca. 350 ml passierte Tomaten
ca. 250 ml Gemüsebrühe
60 g rote Linsen
Kräuter nach Geschmack
1 EL Petersilie
Salz, Pfeffer

Das Gemüse klein würfeln und in dem heißen Olivenöl bei mittlerer Temperatur anschwitzen. Tomatenmark zufügen und kurz anrösten, mit passierten Tomaten und Gemüsebrühe ablöschen. Die Linsen und die Kräuter, ich habe gerebelten Oregano und etwas frischen Salbei genommen, hinzugeben und solange köcheln lassen, bis die Sauce die Konsistenz der üblichen Hackfleischsauce hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, ganz zum Schluss Petersilie dazugeben und mit Pasta nach Belieben anrichten. Nach Geschmack frischen Parmesan darüber reiben.

Ich war überrascht, wie lecker diese "Bolognese ohne Fleisch" schmeckt. Deshalb ist dies mein Beitrag zum Kochen

Blog-Event-LV - Ohne (Einsendeschluss 15. April 2010)

Mittwoch, 13. Januar 2010

Linsengericht

Ich bin eigentlich kein Freund von Mundartmusik, aber Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle finde ich richtig spitze. Die vier skrupellosen Hausmusiker stammen von der Ostalb und treten hauptsächlich im Großraum Stuttgart auf. Regelmäßig sieht man sie auch im TV auf SWR (Hannes und der Bürgermeister). Der Name des Orchesters verdankt sich urmenschlich - urschwäbischen Seelenregungen: Herrn Stumpfes weil dieser Name wie kaum ein anderer den „inneren Schweinehund der schwäbischen Volksseele verkörpert, Zieh & Zupf - weil es die Regungen sind, die genau dagegen, gegen das innere Abstumpfen rebellieren; und Kapelle, weil es diesen Regungen am besten geht, wenn sie musikalisch unterstützt werden. Herrn Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle also der Name ist Programm. (Auszug aus: Stumpfes auf Youtube) Eines meiner Leibgerichte präsentieren sie hier musikalisch:

Für alle Nichtschwaben hier noch mal das Rezept:

Zutaten:
400 g Linsen
2 Schalotten
1 Scheibe magerer gerauchter Bauch
40 g Schweineschmalz (ich habe Butter genommen)
40 g Mehl
Salz, Pfeffer, Essig

Die Linsen waschen und gut abtropfen lassen. Schalotten klein würfeln und in etwas Butter anschwitzen, Linsen zugeben und mit heißem ungesalzenem Wasser aufgießen. Linsen weich kochen - das dauert ca. 35 bis 40 Minuten. Aus Fett und Mehl eine braune Mehlschwitze herstellen und damit die gegarten Linsen binden. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken. Ich habe noch etwas Tomatenmark zugegeben, das gibt auch noch etwas Farbe.
Dazu gibt es Spätzle und Saitenwürstle. Und dann


hock an da Tisch na ond fang ganz konzentriert zom Essa o.



Montag, 23. November 2009

Wirsingeintopf mit Chorizo und Kichererbsen - nachgekocht


Der Herr des Hauses liebt Eintöpfe, vor allem wenn er spät abends nach Hause kommt. Ich freue mich über jede neue Eintopfidee. Vielen Dank deshalb an Arthurs Tochter, die vor einigen Tagen einen Wirsingeintopf gekocht hat, der mir sehr zugesagt hat.

Ich habe ihn mit ein paar kleinen Abwandlungen nachgekocht. Weil die spanische Paprikawurst im Kühlschrank vom Hausherrn äußerst kritisch beäugt wurde, und von ihm die Frage aufkam, wer in aller Welt so etwas bei uns isst, habe ich sie in relativ kleine Würfel geschnitten (damit sie nicht gleich so ins Auge springt).

Die Chorizowürfel und feingehackten Knoblauch habe ich in etwas Öl leicht angebraten, dann kam der kleingeschnittene Wirsing dazu und wurde kurz mitgedämpft. Das Ganze wurde mit Gemüsebrühe abgelöscht (Sherry ist bei uns selten im Haus).

Um den Eintopf für den hungrigen Mann etwas sättigender zu machen, habe ich noch sehr kleine Kartoffelwürfel mitgekocht. Im Gegensatz zu Arthurs Tochter habe ich keine getrockneten Tomaten verwendet, sondern gut abgetropfte Dosentomaten, die ich in kleine Stücke geschnitten habe. Sie kamen ganz zum Schluß mit den Kichererbsen in den Eintopf.

Da ich persönlich es eher mild mag, musste hier gar nicht mehr viel abgeschmeckt werden. Für den, der es schärfer liebt, kommt noch Tabasco mit auf den Tisch.